Die Stadt Oldenburg steht vor einer wachsenden Herausforderung: Die Kosten für die Schulbegleitung sind in den letzten Jahren stark angestiegen, was eine Überarbeitung des bestehenden Modells unumgänglich macht. Immer mehr Kinder benötigen Unterstützung im Schulalltag, was zu erheblichen finanziellen Belastungen führt und eine Neuausrichtung der Hilfsangebote erfordert.
Kernpunkte der aktuellen Situation
- Die Kosten für Schulbegleitung in Oldenburg sind seit 2020 um rund fünf Millionen Euro gestiegen.
- Das bisherige Modell der pauschalierten Schulbegleitung wird auf den Prüfstand gestellt.
- Eine Kürzung der Mittel ist derzeit nicht geplant, aber eine Anpassung des Konzepts ist notwendig.
- Eine Neuausrichtung der Schulbegleitung wird voraussichtlich erst zum Schuljahr 2027/2028 oder 2028/2029 wirksam.
Das Oldenburger Modell der Schulbegleitung
Oldenburg verfolgt mit seinem Modell der pauschalierten Schulbegleitung einen eigenen Weg. Dieses Modell sieht individuelle Schulbegleitung als Leistung der Eingliederungshilfe für Kinder mit diagnostizierten Beeinträchtigungen vor, um deren Teilhabe am Unterricht und Schulleben zu ermöglichen. Darüber hinaus werden auch Kinder mit allgemeinem Unterstützungsbedarf in der Klasse berücksichtigt, um Stigmatisierung zu vermeiden. Ein zusätzlicher Präventionsfestbetrag soll präventive Hilfeleistungen für Kinder ohne formelle Antragsstellung ermöglichen.
Überarbeitung des Konzepts und neue Kalkulationsansätze
Die Stadt plant, das Modell zu überarbeiten, um die steigenden Kosten einzudämmen. Eine Überlegung ist, das Grundbudget für die Schulbegleitung künftig nicht mehr auf Basis von gemeldeten Kindern mit Diagnosen aus den Grundschulen zu berechnen. Stattdessen könnte die Kalkulation auf der Anzahl der Kinder basieren, die bereits im Kindergarten einen Integrationsplatz belegen oder eine heilpädagogische Einrichtung besuchen. Diese Idee wurde den Fraktionen im Sozialausschuss vorgestellt. Die Herausforderung dabei ist, den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln, da nicht alle Kinder mit Förderbedarf bereits eine Diagnose haben.
Ausblick und nächste Schritte
Die pauschalierte Schulbegleitung mit ihrem niedrigschwelligen und präventiven Ansatz soll erhalten bleiben. Der Zugang dazu soll jedoch angepasst werden, um die Kosten besser kontrollieren zu können. Die Stadt strebt keine Einsparungen an, sondern eine Dämpfung der Kostenentwicklung. Zur Bearbeitung dieser komplexen Aufgabe wird im Amt für Teilhabe und Soziales ein spezialisiertes Team eingerichtet. Die Arbeitsgruppe Schulbegleitung wird über den Sommer weiterarbeiten und plant, im September erste Ergebnisse vorzulegen. In weiteren Gesprächen mit Trägern, Schulen und Eltern soll ein gemeinsames Modell entwickelt werden, das alle Beteiligten einbezieht. Bis zur Umsetzung einer Neuausrichtung wird es voraussichtlich noch einige Jahre dauern, mit einer Einführung wird frühestens zum Schuljahr 2027/2028 gerechnet.


